Ordentliche Innungsversammlung der Schornsteinfegerinnung im Freistaat Thüringen
Am 30. Oktober 2025 fand die Ordentliche Innungsversammlung der Schornsteinfegerinnung im Freistaat Thüringen im Kongresszentrum der Messe Erfurt statt.

Nach der Eröffnung und Begrüßung durch Landesinnungsobermeister Marco Beierlein sowie der Feststellung der Anwesenheit wurde die Tagesordnung von allen 148 anwesenden Mitgliedern einstimmig genehmigt. Einen besonderen und zugleich emotionalen Moment bildete das Gedenken an die verstorbenen Mitglieder, zu dem die Versammlung in einer Schweigeminute innehielt. Auch die Niederschrift der Vorjahresversammlung vom 24. Oktober 2024 wurde anschließend ohne Gegenstimmen bestätigt.

Die Innung durfte in diesem Jahr erneut zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Partnerinstitutionen begrüßen, darunter Staatssekretärin Karin Arndt und Silke Franz vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten, Volker Unger vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft sowie die Vertreter des Zentralinnungsverbandes Dr. Julian Schwark und Udo Voigt. Ebenso nahmen die Landesinnungsmeister aus Sachsen-Anhalt und Sachsen, Torsten Kiel und Heiko Hirsch, sowie Stephan Schulze, Schulleiter der Bildungsstätte in Doberschütz, am Austausch teil. Das Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen war durch Grit Both und Isabell Dell vertreten. Ebenfalls anwesend war Fotograf Wolfram Schubert, dessen hochwertige Fotodokumentationen die Arbeit der Innung seit Jahren unterstützen.

In ihren Grußworten betonten die Gäste die Bedeutung und Zukunftsrelevanz des Schornsteinfegerhandwerks. Staatssekretärin Arndt hob den hohen Stellenwert des Berufsstandes im gesellschaftlichen Gefüge hervor und würdigte das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Expertise der Schornsteinfeger – insbesondere im Bereich Energieeinsparung, Umweltschutz und kommunale Wärmeplanung. Sie stellte die Innung als verlässlichen Partner der Politik bei der Umsetzung der Wärmewende heraus.

Dr. Julian Schwark erläuterte aktuelle bundespolitische Entwicklungen zum Gebäudeenergiegesetz, der geplanten Überarbeitung des GEG und der europäischen Gebäuderichtlinie. Er präsentierte zudem Zahlen zur Entwicklung der Heizungsindustrie, zu Wärmeerzeugertausch-Prozessen und zu Ergebnissen aus der EnSimiMaV-Prüfung. Die Weiterentwicklung der Tätigkeitsfelder des Schornsteinfegerhandwerks bildete dabei einen zentralen Schwerpunkt.

Udo Voigt stellte in seinem Grußwort aktuelle Themen der Berufsbildung vor und knüpfte dabei an das Motto „Qualität sichern – Zukunft gestalten – aktuelle Chancen nutzen“ an. Er erläuterte Hintergründe und Entstehung der neuen Ausbildungsverordnung und betonte die Bedeutung des dualen Studiums im Schornsteinfegerhandwerk als wichtigen Meilenstein für den beruflichen Nachwuchs. Mit großem Engagement warb er für die Bereitschaft der Betriebe, sich in Weiterbildung und Zusatzqualifikation – insbesondere in Energieberatung, Brandschutz und Wärmepumpentechnik – weiter zu stärken.

Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung der Urkunden des Nachhaltigkeitsabkommens Thüringen durch Grit Both und Staatssekretärin Arndt an teilnehmende Innungsmitglieder. Das Abkommen würdigt Betriebe, die sich aktiv für Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und verantwortungsvolle Betriebsführung einsetzen.



Im Anschluss folgten die Berichte der Vorstände. Landesinnungsobermeister Marco Beierlein informierte über seine Termine und Tätigkeitsschwerpunkte des vergangenen Jahres und nahm die traditionellen Ehrungen langjähriger Kolleginnen und Kollegen vor.

Für 25 Jahre als bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger wurden René Bucklitsch, Ingo Dorn, Jens Gräfenhahn, Jens Lorbeer und Uwe von Roschinsky ausgezeichnet.

Zum 25-jährigen Meisterjubiläum erhielten Sven Bergner, Olaf Krummrich, Marco Müller, Michael Olt, Marcel Schaarschmidt, Mark Scheuer, Nico Sorg, Heiko Thielemann und Tobias Volland eine Ehrenurkunde und einen Blumengruß. Zudem verabschiedete die Innung die Kollegen Peter Hornung, Holger Klausnitzer, Ulrich Schippel und Gerald Konrad in den wohlverdienten Ruhestand.

Mit Freude konnte die Innung zugleich neue Mitglieder begrüßen: Stefan Renner, Norman Pohl, Markus Heerlein, Anja Drust, Tom Sommer, Tom Schöttle und Tobias Trümper stellten sich traditionsgemäß persönlich vor und wurden in den Kreis der Innung aufgenommen.
Vorstand Technik, Matthias Jensch, berichtete über technische Entwicklungen und rechtliche Änderungen im Handwerk. Eine zusätzliche Fachveranstaltung im Anschluss an die Versammlung vertiefte ausgewählte Themen.

Vorstand Aus- und Weiterbildung, Sebastian Schilling, zeigte sich erfreut über die positiven Ausbildungszahlen und hob die neue Ausbildungsverordnung als bedeutende Weiterentwicklung hervor. Besonders dankte er den Ausbildungsbetrieben und Ausbildern, die mit großem Engagement zur Nachwuchsgewinnung beitragen – unter anderem durch ihre Teilnahme an der Kampagne „Komm ins Team Schwarz“. Eine eigens gestaltete Urkunde würdigte die Ausbildungsbetriebe für ihr Engagement.




Vorstand Öffentlichkeitsarbeit, Thomas Rippich, berichtete über die umfangreichen Aktivitäten im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Durchführung regionaler und überregionaler Messen sowie über zahlreiche eigeninitiierte Schulveranstaltungen durch Innungsmitglieder. Positiv hervorgehoben wurde die zunehmende Präsenz des Handwerks in Medien und Öffentlichkeit. Ein zentrales Zukunftsprojekt bleibt die Neugestaltung der Innungs-Website, insbesondere mit Blick auf eine verbesserte Schornsteinfegersuche, aktuelle Gesetzestexte und einen neuen internen Mitgliederbereich.

Im Anschluss präsentierte Vorstand Kassenführung, Ingo Dorn, seinen Bericht für den Zeitraum vom 24. Oktober 2024 bis 31. Dezember 2024. Der Bericht der Kassenprüfung durch Uwe Serbser bestätigte eine ordnungsgemäße und transparente Kassenführung ohne Auffälligkeiten. Die Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig. Die Vorstellung des Haushaltsplans für das Jahr 2026 wurde aufmerksam verfolgt und schließlich mit nur drei Enthaltungen angenommen – ein deutliches Votum für finanzielle Stabilität und umsichtiges Wirtschaften der Innung.

Eine umfangreiche Fachausstellung mit 19 Partnerunternehmen rundete die Veranstaltung ab. Die Aussteller präsentierten aktuelle Entwicklungen in Messtechnik, Softwarelösungen, Versicherungskonzepten und weiteren Bereichen des betrieblichen Alltags. Mitglieder und Gäste nutzten die Gelegenheit für intensive Gespräche, Produktvorführungen und den direkten Austausch mit den Unternehmen.









Mit den traditionellen Worten „Gott schütze unser ehrbares Handwerk – Einer für Alle, Alle für Einen“ schloss Landesinnungsobermeister Marco Beierlein die Versammlung und dankte allen Teilnehmenden und Gästen für ihr Engagement. Die Innung blickt mit Zuversicht auf die kommenden Aufgaben und Veranstaltungen – getragen von einer starken Gemeinschaft und dem Anspruch, das Schornsteinfegerhandwerk in Thüringen weiter kraftvoll und kompetent in die Zukunft zu führen.
